Kultur
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13.10.2025 / Kultur„Land of Hope and Dreams“ – Kunst als Gegenfaktum in autoritären ZeitenVieles hatte man erwartet. Doch seit dem erneuten Amtsantritt von Donald Trump am 20. Januar 2025 als US-Präsident verdüstert sich die Weltlage täglich, ungläubig verfolgt man die Nachrichten. Geradezu modellhaft wird in den USA die Demokratie sukzessive liquidiert, die Autokraten formieren sich – ein Prozess, der ebenso in Europa aufscheint und auch in Deutschland bereits fortschreitet. Dies wird durch die Wahlergebnisse in den Ländern und im Bund manifestiert und durch die sprachliche Aufrüstung deutlich gemacht. Was bedeutet das für die Kultur, wie kann sie reagieren auf das „Rollback“? Die Autor:innen der 115. Ausgabe der Literaturzeitschrift "Allmende" diskutieren diese Entwicklung. Ich habe den Einleitungsbeitrag beigesteuert, der hier nachzulesen ist.
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22.09.2025 / KulturWandernde Werke – der lebendige Bezug der ProvinienzforschungNS-Raubkunst prägt bis heute die Arbeit von Museen und Gerichten. Die Fälle um die Sammlung Goudstikker, die Restitutionsstreitigkeiten in Düsseldorf und Krefeld zeigen, wie komplex und langwierig die Aufarbeitung, aber vielfach beschämend die verweigernde Haltung von Museen und lokaler Politik ist und der Umgang mit Kulturgut gesellschaftlich bedeutsam bleibt. Die Ausstellung "Provenienzen. Kunstwerke wandern" in der Berlinischen Galerie macht sichtbar, wie vielschichtig, vielfach kriminalistisch arbeitend die Provenienzforschung ist – und weshalb auch kleine Museen mehr Kontinuität und Mittel dafür benötigen.
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08.09.2025 / KulturSo viel Silber im Grau – Kunst aus der DDR in JenaKunst aus der DDR bleibt gefragt – bei Besucher:innen, in Museen und in der Forschung. Eine Reihe jüngerer Ausstellungen zeigte, wie vielfältig die künstlerischen Handschriften waren und wie kontrovers ihre Rezeption bis heute ist. Die Kunstsammlung Jena eröffnet mit der Ausstellung „So viel Silber im Grau“ erstmals seit 1989 wieder einen umfassenden Blick auf Werke ihrer DDR-bezogenen Sammlungsbestände und stellt Werke von 134 Künstler:innen in einen größeren Zusammenhang.
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08.06.2025 / KulturCarl Laszlo und die (ungarische) AvantgardeWas wissen wir über Kunst und Kultur Ungarns – gestern und heute? Wie viel oder wenig über unsere mittel- und osteuropäischen Nachbarn? Anhand von Carl Laszlo (1923–2013) können wir uns diese Fragen beantworten. Laszlo war Holocaust-Überlebender, Psychoanalytiker, Verleger und ein bedeutsamer Sammler auch der ungarischen Moderne. In seiner Villa in Basel baute er ein „home art museum“ auf – über 15.000 Werke. Heute ist diese Sammlung verstreut. Ein neues Buch macht Laszlos Lebenswerk wieder sichtbar: Home is where my art is. Ein Besuch bei Carl Laszlo und der (ungarischen) Avantgarde, herausgegeben von Ferenc Kréti bei Moloko Print. Das Buch ist keine klassische Biografie – vielmehr eine kuratorische Erinnerung: Fotografien, Interviews, Fundstücke. Ein offenes Kunstwerk über Exil, Fragment und Freundschaft.
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12.05.2025 / KulturKulturelle Teilhabe braucht Wissen – und belastbare DatenDer Lagebericht »Zivilgesellschaftliches Kulturengagement« und der »Relevanzmonitor Kultur 2025« liefern datenbasierte Einsichten zur kulturellen Teilhabe und zum zivilgesellschaftlichen Engagement im Kulturbereich. Was sie gemeinsam zeigen: Kultur braucht nicht nur Applaus, sondern strukturelle Anerkennung statt Kürzungen. Wirkungsorientierte Politik braucht belastbare Daten – nicht als Selbstzweck, sondern als Grundlage für gerechte Prioritäten und gezielte Unterstützung.“
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26.04.2025 / Kultur„Während sich der Blickwinkel verschiebt“ – Künstlerinnen des InformelIn der Kunsthalle Schweinfurt verschiebt sich der Blick: Die Ausstellung InformELLE. Künstlerinnen der 1950/1960er-Jahre stellt bislang übersehene Künstlerinnen der informellen Nachkriegskunst ins Zentrum – und öffnet einen längst überfälligen Dialog über Sammlungsgeschichte, Sichtbarkeit und neue Perspektiven. Es ist die zweite Station dieses Gemeinschaftsprojekts zwischen Schweinfurts Kunsthalle, Hessen Kassel Heritage und dem Emil Schumacher Museum Hagen in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle Informelle Kunst am Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn.
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31.03.2025 / Kultur„Es lebe die Entartete Kunst“: Surrealismus und AntifaschismusDie Geschichte des Surrealismus wird oft auf spektakuläre Bilderwelten, provokante Gesten und prominente Künstler reduziert. Was dabei meist ausgeblendet wird, ist die politische Dimension dieser Bewegung: ihre enge Verflechtung mit antifaschistischen, antikolonialen und emanzipatorischen Kämpfen im „Zeitalter der Extreme“. Die Ausstellung „Aber hier leben? Nein danke. Surrealismus und Antifaschismus“, die von Oktober 2024 bis März 2025 im Kunstbau der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München zu sehen war, erzählte diese verdrängte Geschichte fundiert.
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07.03.2025 / KulturBewahrung trotz Zerstörung: Ukrainisches Kulturerbe im FokusDer russische Angriffskrieg gegen die Ukraine seit 2022 hat nicht nur humanitäre und territoriale Verluste verursacht, sondern auch das kulturelle Erbe des Landes schwer getroffen. Zahlreiche Museen, Kirchen und historische Stätten wurden beschädigt oder zerstört. Die Ausstellungen "Zerstörung des Erbes: eine Konfliktstrategie" im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg und die digitale Ausstellung »Destroyed Ukrainian Heritage. Ukraine's Built Heritage since February 24, 2022. A Record of Destruction« dokumentieren diese Verluste und machen auf die gezielte Zerstörung aufmerksam. Die digitale Ausstellung "Voices. Ein Mosaik ukrainisch-jüdischen Lebens" des Jüdischen Museums Augsburg thematisiert die Geschichte und Vielfalt des jüdischen Lebens in der Ukraine, basierend auf Zeitzeugeninterviews und historischen Dokumenten.
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12.02.2025 / KulturEin Abend wie mein SPEX-AbonnementCarsten Brosda war zu Gast im Popsalon von Jens Balzer und Tobi Müller im Deutschen Theater. Ein Abend kenntnisreicher und leidenschaftlicher Popkultur- und Politikanalyse sowie überraschenden Musikvideos.
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26.01.2025 / KulturZwischen Authentizität und Inszenierung: Mythenbildung in der KunstDie Ausstellung „Saving Private Mythologies“ in der Leipziger Galerie Intershop widmet sich der Selbstmythologisierung von Künstler:innen, bleibt jedoch an der Oberfläche. Ein Besuch lohnt sich trotzdem – sei es für das Kunst- und Kreativwirtschaftsareal der historischen Baumwollspinnerei oder die beeindruckende Architektur der "Oscar Niemeyer Sphere".
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15.01.2025 / KulturKunsthalle Mannheim: „Die Neue Sachlichkeit – ein Jahrhundertjubiläum“„Vor 100 Jahren prägte der Name einer Ausstellung ‚Neue Sachlichkeit‘ in der Kunsthalle Mannheim eine ganze Epoche. Die noch bis 9. März laufende Ausstellung zum Jubiläum am historischen Ort beleuchtet nicht nur die Werke und Künstler:innen dieser bewegten Zeit, sondern zeigt, wie Kunst die enormen Umbrüche der Weimarer Republik spiegelte.
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14.01.2025 / KulturBitte Hand anlegen. Anke Heelemanns „kopierschutz, sorry!“ in der Kunsthalle Erfurt.„Wie verändert sich Kunst, wenn Berührung nicht verboten, sondern erwünscht ist? Anke Heelemanns Installation kopierschutz, sorry! fordert Besucher:innen heraus, die Distanz zur Kunst zu überwinden und ihre eigene Version eines Werkes mit nach Hause zu nehmen. Ein Experiment über Aneignung, Erinnerung und kreative Freiheiten.“
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10.01.2025 / KulturSensible Innenwelten: Nora Kleins Blick auf DepressionKunst als Brücke zu den Innenwelten der Seele: Die Ausstellung „Next Generation #2“ in der Kunsthalle Erfurt zeigt Werke von 25 Thüringer Künstler:innen. Darunter das eindrückliche Langzeitprojekt „Mal gut, mehr schlecht“, das die Perspektiven von an Depression erkrankten Menschen sichtbar macht und zum Verstehen einlädt.
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07.12.2024 / KulturZwischen Antisemitismus und Hitlergegnerschaft von rechts: Der Künstler A. Paul Weber im FokusEine Sonderausstellung im Schlossmuseum Arnstadt beleuchtet bis Mai 2025 die Künstlerpersönlichkeit A. Paul Webers. Antisemitischer Kulturkämpfer, Hitlergegner von rechts, KZ-Häftling, wohnhaft in der DDR und der Bundesrepublik, spiegeln sich in ihm und seinen Werken die Extreme des 20. Jahrhunderts. Diese offenzulegen ist bedeutsam als Teil historisch-kultureller Bildung. Dass dies nicht einfach ist, zeigte eine Podiumsdebatte zur Ausstellung im Museum Arnstadt.
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13.11.2024 / KulturGesamtdeutsche Verantwortung im Umgang mit dem Kulturgutentzug zwischen 1945 und 1989Im 35. Jahr der Deutschen Einheit sollte die Aufarbeitung des Kulturgutentzugs in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR endlich zu einer tatsächlich gesamtdeutschen Aufgabe werden. Die Provenienzforschung liefert wertvolle Erkenntnisse über die Verstrickungen deutscher Auktionshäuser und Sammlungen in die Geschichte des Kunsthandels und -entzugs. Ein Literaturbericht.
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23.10.2024 / KulturFrontalangriff auf die Erinnerung an das BauhausDie AfD in Sachsen-Anhalt will die Erinnerung an das Bauhaus neu fassen. Zurückgegriffen wird auf völkische Narrative. Der Vorgang zeigt paradigmatisch, was Kunst und Kultur droht, wenn autoritär-populistische Rechte an die Macht kämen.
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13.10.2024 / KulturLust auf LesenIm Vorfeld der Frankfurter Buchmesse werden die Wirtschaftslage des Buchmarktes und das Leseverhalten der jungen Generation diskutiert. Die Lage ist ambivalent und hoffnungsvoll.
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08.10.2024 / KulturLeben ohne Verdünnung - Otto Dix-Werkschau in GeraDie Stadt Gera ehrt Otto Dix mit einer umfangreichen Werkschau als neue Dauerausstellung in der Kunstsammlung Orangerie.
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14.12.2023 / KulturThüringer Residenzenlandschaft auf dem Weg zum KulturerbeDer Sprung auf die deutsche Tentativliste für das Welterbe ist der Thüringer Residenzenlandschaft im ersten Anlauf nicht gelungen. Zwei Publikationen widmen sich den Thüringer Residenzen und machen ihren Stellenwert deutlich.
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04.12.2023 / KulturPotenzielles Weltkultur- und Naturerbe Grünes BandDer ehemalige Todesstreifen entlang der innerdeutschen Grenze steht nun auf der deutschen Vorschlagsliste (Tentativliste) für das UNESCO-Welterbe. Für Deutschland wäre ein gemischtes Weltnatur- und -kulturerbe ein Novum.