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Aus aktuellem Anlass diskutiert das Büro für medizinische Flüchtlingshilfe mit Akteuren aus Politik und Gesundheitswesen über Perspektiven der medizinischen Versorgung von Illegalisierten und Migrant_innen ohne Krankenversicherung in Berlin.
„Nach der Pleite: Perspektiven jenseits des Medibüros“
Dienstag, 30. August 2011, 18.00 Uhr
Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße 32, Neukölln
Eintritt frei, Spenden willkommen
Podium:
Moderation: Heike Kleffner, Journalistin
Hintergrund:
Das Büro für medizinische Flüchtlingshilfe Berlin hat mit einer Presseerklärung vom 05. August 2011 seine Pleite erklärt (siehe Anhang). Seit 15 Jahren arbeitet das Medibüro als anti-rassistische, nicht-staatliche Organisation in Berlin. Über das Büro finden Illegalisierte und Migrant_innen ohne Krankenversicherung einen Zugang zu qualifizierter medizinischer Behandlung. Ein breites Netzwerk von medizinischen Fachkräften bietet unentgeltliche Leistungen an. Operationen, Entbindungen, Medikamente, technische Untersuchungen und Hilfsmittel werden aus privaten Spenden finanziert.
Anfang August waren diese Mittel aufgebraucht. Seit seiner Gründung hat das Büro für medizinische Flüchtlingshilfe betont, dass eine spenden-finanzierte und unentgeltlich arbeitende Organisation niemals in der Lage sein wird, das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit einzulösen: Von Beginn an waren die Möglichkeiten des Machbaren beschränkt und regelmäßig konnten und können notwendige Behandlungen nicht finanziert werden. In Fachtagungen, Podiumsdiskussionen und am „Runden Tisch Flüchtlingsmedizin“ hat das Medibüro seit vielen Jahren eine politische Lösung eingefordert und pragmatische wie nachhaltige Konzepte vorgestellt. Auch in den vergangenen fünf Jahren des rot-roten Senats konnten keine substantiellen Verbesserungen erreicht werden.
Seit der Presseerklärung von Anfang August sind beim Medibüro zahlreiche Spenden eingegangen. Dank des finanziellen Engagements vieler Einzelpersonen ist die Pleite vorerst abgewendet. Das Recht der Flüchtlinge und Migrant_innen auf einen sicheren Zugang zu medizinischer Behandlung bleibt jedoch uneingelöst.
Die überstandene Pleite sowie die bevorstehenden Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus nehmen wir zum Anlass, mit Akteuren aus Politik und Gesundheitswesen über politische Lösungen für eine dauerhafte und verlässliche Umsetzung des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit zu diskutieren.
Wir freuen uns auf eine lebhafte Diskussion!
Siehe auch:
Medibüro vor der Pleite (taz, 02.08.2011)
http://www.taz.de/Medizinische-Fluechtlingshilfe/!75577/
»Den Staat nicht aus seiner Verantwortung entlassen« (junge welt, 05.08.2011)
http://www.jungewelt.de/2011/08-05/026.php
Bei Ostafrika über Bilder reden? (Der Tagesspiegel, 06.08.2011)
http://www.tagesspiegel.de/medien/bei-ostafrika-ueber-bilder-reden/4471956.html
Das MediBüro braucht Hilfe (humanistischer Pressedienst, 15.08.2011)
Weitere Informationen: www.medibuero.de
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Büro für medizinische Flüchtlingshilfe
Gneisenaustr. 2a | 10961 Berlin
Tel.: 030.6946746 (Mo/Do 16:30-18:30)
info@medibuero.de | www.medibuero.de
Spendenkonto:
Flüchtlingsrat Berlin e.V. | Stichwort „Medizinische Flüchtlingshilfe“
BLZ 10020500 | Bank für Sozialwirtschaft | Konto-Nr: 3260302
Spenden sind steuerlich absetzbar