1. Wie bewertet der Senat die von der Fachstelle für Suchtprävention initiierten Projekte a) gegen Computer- und Internetsucht und b) gegen Spielsucht in Berlin und welche Ziele werden mit den Projekten verfolgt?
Zu 1.:
Die Fachstelle für Suchtprävention informiert, berät und schult Multiplikatoren/innen im Auftrag des Landes Berlin u. a. zur Computerspiel- und Internetsucht sowie zur Glücksspielsucht. Der Bedarf an Information und Aufklärung zu diesen Themen ist gestiegen, daher hält der Senat die aktuellen Maßnahmen der Fachstelle für notwendig und sinnvoll.
Die Präventionskampagne UPDATE zielt auf eine Sensibilisierung für den verantwortungsvollen Umgang mit modernen Medien ab. Der Fokus des Projekts liegt auf der kompetenten Nutzung der neuen Medien durch Jugendliche und Heran-wachsende im Bewusstsein der Chancen und Risiken. Partner bzw. Unterstützer des Projekts UPDATE sind die Techniker Krankenkasse und das Landesprogramm jugendnetz-berlin.de zur Förderung von Medienkompetenz der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung.
Eine wesentliche Zielsetzung im Bereich Glücksspielsuchtprävention ist die Verhinderung des Entstehens von Glücksspielsucht und Wettsucht. Das Präventions-projekt Glücksspiel der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin zielt auf die Förderung verantwortungsvollen Spielens ab, weist auf Risiken des Glücksspiels hin und informiert über bestehende Frühinterventions- und Hilfeangebote.
2. Welche Elemente beinhalten die Projekte der Fachstelle, wie lange sollen sie dauern und an welche Zielgruppe richten sich die Projekte?
Zu 2.:
Im Rahmen der Präventionskampagne UPDATE wurden 10.000 Präventionscards an Schulen und Jugendeinrichtungen verteilt (zurzeit vergriffen) und ein Internetauftritt eingerichtet, über den jugendgerechte E-Cards versandt und Kontakt mit der Fachstelle für Suchtprävention aufgenommen werden können (www.berlin-update-your-life.de). Das Projekt beinhaltet darüber hinaus Beratung und Kurse bzw. Seminare für Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen und Fortbildungsveranstaltungen für Multi-plikatoren/innen. Im III. Quartal 2010 wird die bisherige Entwicklung ausgewertet sowie über eine mögliche Weiterentwicklung der Kampagne beraten.
Das Präventionsprojekt Glücksspiel führt die auf Aufklärungsmaterialien (auch fremdsprachig) basierende Kampagne „Der Automat gewinnt immer“ durch und unterhält bzw. gestaltet den differenzierten Internetauftritt www.gluecksspielsucht-praevention-berlin.de (auch www.faules-spiel.de). Es werden Fachveranstaltungen, Schulungen und Werkstattgespräche für Multiplikatoren/innen sowie offene Informationsabende für Eltern durchgeführt. Bei problematischem bzw. pathologischem Glücksspielverhalten wird an bestehende Hilfeangebote weitervermittelt. Das Präventionsprojekt Glücksspiel hat im 4. Quartal 2008 begonnen und endet zunächst im Dezember 2012.
Zu den Zielgruppen der genannten Projekte gehören neben der Allgemeinbevölkerung insbesondere bekannte Risikogruppen wie Jugendliche und Heranwachsende (auch mit Migrationshintergrund) und Personenkreise wie Eltern und Multiplikatoren/innen z. B. aus den Settings Schule und Jugendarbeit.
3. In welcher Weise wird die Fachstelle wissenschaftlich begleitet und wie wird die Nachhaltigkeit der Projekte gewährleistet?
Zu 3.:
Eine wesentliche Aufgabe der Fachstelle ist die Vernetzung und Kommunikation mit den beteiligten Senatsverwaltungen, den Bezirken und freien Trägern mit dem Ziel, eine wirksame Suchtprävention in Berlin zu verankern. Die Qualität der Vernetzung der Fachstelle für Suchtprävention wurde in 2009 wissenschaftlich evaluiert. Die Ergebnisse liegen den Abgeordneten vor. Darüber hinaus dokumentiert die Fachstelle für Sucht-prävention alle Maßnahmen nach dem bundeseinheitlichen Dokumentationssystem Dot.sys, welches die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Kooperation mit den Bundesländern zur Transparenz und Qualitätsentwicklung von Präventions-maßnahmen durchführt. Des Weiteren evaluiert sie alle Maßnahmen intern nach den Vorgaben des Instituts für Therapieforschung.