1. Ist dem Senat die Kopenhagener Energie- und Wasserwerkstatt bekannt, in der Kinder und Jugendliche über die technische Infrastruktur, sowie alltägliche Fragen der Energieversorgung, der Wasserver- und –entsorgung, sowie der Abfallentsorgung umfassend und praxisnah informiert werden?
Zu 1.:
Nein, da der Senat keine regelmäßige Übersicht über die kommunalen Bildungsein-richtungen in Deutschland und Europa erstellt.
2. Wo erhalten die Berliner Kinder und Jugendlichen kompetente und themenübergreifende Informationen, anschauliche Besichtigungen vor Ort, in Verbindung mit der Möglichkeit durch eigene Experimente Erfahrungen zu sammeln für die Themenfelder:
2.1 Wasserver- und entsorgung z.B. über die Funktion von Klärwerken und Wasserwerken, nachhaltige Wasserwirtschaft, Wasserqualität und Wassersparen, Wasserknappheit, u.a.m.
2.2 Energieversorgung z.B. über die Energieinfrastruktur, Energieanbieter, Energieformen, Ressourcenknappheit, Klimawandel, Energiepreise und –einsparung u.a.m.
2.3 Abfallentsorgung z.B. Informationen über den Weg des Abfalls, über Entsorgungsanlagen, Abfallvermeidung und –verwertung, die Verbindung von Abfall und Klimaschutz u.a.m.
Zu 2.:
Grundsätzlich stehen zu den in 2.1 – 2.3 genannten Themenfeldern altersgerechte Publikationen sowie altersgerechtes Unterrichtsmaterial zur Verfügung, z. B. vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Unabhängigen Institut für Umweltfragen e.V. (UfU), Bundesverband Energie, Wasser, Leben (BDEW) und dem Technikmuseum, von den Energieversorgern Vattenfall und GASAG, von den Berliner Wasserbetrieben (BWB) und den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR) sowie der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE). Experimentiermöglichkeiten bestehen sowohl im Technikmuseum als auch in den Laboren der FU Berlin im Rahmen des Projektes Schüleruniversität. Darüber hinaus bieten Vattenfall, die BSR sowie die BWB Führungen durch ihre Firmen an.
3. Warum gibt es in Berlin zwar sehr viele vorzügliche Einrichtungen und Orte, wo Kinder und Jugendliche Natur und Grün erfahren und erlernen können, aber keine Einrichtung, die umfassend und unabhängig über die urbane Umwelt-Infrastruktur informiert?
4. Stimmt der Senat mit mir darin überein, dass Kinder und Jugendliche ihr Wissen über eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise nur erlernen, wenn die Zusammenhänge bekannt sind, Fragen gestellt und altersgerecht beantwortet werden können?
5. Das Kopenhagener Umweltinformationszentrum wird von der Stadt Kopenhagen, sowie den staatlichen Versorgern getragen und pro Jahr von 10.000 Kindern und Jugendlichen besucht. Wie bewertet der Senat den Vorschlag, eine vergleichbare Einrichtung auch in Berlin einzurichten?
Zu 3. bis 5.:
Der Senat ist der Auffassung, dass in Berlin eine Vielzahl vorzüglicher Einrichtungen zu unabhängigen Umweltinformationen existieren. Da das Land Berlin über nur geringe finanzielle Spielräume verfügt und solche Einrichtungen weitestgehend staatlich finanziert werden müssten und Haushaltsmittel dafür nicht zur Verfügung stehen, existiert eine solche Werkstatt in Berlin nicht.