Benjamin Hoff
14.10.2009

Mehr Sicherheit für Patienten in Berliner Kliniken: Modellprojekt CIRS-Berlin erfolgreich gestartet

17 Kliniken beteiligen sich an regionalem Fehlermelde- und Berichtssystem

Das Modellprojekt Netzwerk CIRS-Berlin ist erfolgreich gestartet. 9 Krankenhausträger mit insgesamt 17 Kliniken beteiligen sich bislang an dem regionalen Projekt zur Förderung der Fehlererkennung und Fehlervermeidung. Bisher sind diese Berichtssysteme einrichtungsintern oder auf nationaler Ebene etabliert. Eine regional organisierte Vernetzung der Kliniken existierte in dieser Form bisher nicht. Das Netzwerk wurde von der Ärztekammer Berlin (ÄKB) in Kooperation mit dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) Anfang des Jahres zusammen mit Einrichtungen des Berliner Gesundheitswesen für mehr Patientensicherheit ins Leben gerufen. Kern des Projektes ist ein gemeinsamer Berichtepool, in den die Mitarbeiter der beteiligten Kliniken – aber auch Außenstehende – anonym kritische Ereignisse und Beinahe-Schäden einstellen können (www.cirs-berlin.de).

Ziel des CIRS ("Critical Incident Reporting System") ist es, kritische Ereignisse bewusst wahrzunehmen und die organisationsbedingten Ursachen zu finden. Man lernt also gemeinsam von den Fehlern der anderen. Dazu treffen sich die Vertreter der beteiligten Kliniken regelmäßig mit den Projektverantwortlichen, um die eingegangenen Berichte zu analysieren und gegebenenfalls Strategien zur künftigen Fehlervermeidung zu entwickeln. Es geht also darum, von den Beinahe-Schäden der anderen zu lernen. Dabei steht nicht die Frage im Mittelpunkt "Wer ist schuld?", sondern "Was hat zu dem kritischen Ereignis geführt?".

Bislang sind 41 Berichte in die Datenbank eingegeben worden, was Kammerpräsident Dr. med. Günther Jonitz und ÄZQ-Geschäftsführer Dr. med. Christian Thomeczek in Anbetracht der Kürze der Zeit als großen Erfolg werten. "Das System wird offensichtlich von Ärzten und Pflegepersonal gleichermaßen angenommen", sagt Jonitz und hebt gleichzeitig hervor, dass Fehlermeldesysteme nur auf freiwilliger Basis funktionieren können. Der angedachten Einführung von gesetzlich verpflichtenden Systemen erteilen Jonitz und Thomeczek eine klare Absage, da damit die Entwicklung einer angstfreien Sicherheitskultur bei den Klinikmitarbeitern zerstört würde.



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