In einem Thesenpapier wird die Debatte um die Krankenhausversorgung in öffentlicher Trägerschaft kritisch beleuchtet. Der Autor gibt in dem Papier ausschließlich seine persönliche Meinung wieder. Aus dem Inhalt:
"27. In der jüngeren Vergangenheit wurde die Debatte um die Neuordnung der öffentlichen Krankenhausversorgung im Südwestraum, also die Perspektiven der zwei Vivantes-Klinika AVK bzw. WBK, sowie des Charité-Standortes CBF, unter der Überschrift „Verbesserung der Kooperation von Charité oder Vivantes im Südwesten“ geführt.
Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass es bei entsprechenden Überlegungen nicht um eine verbesserte Kooperation gehen soll, sondern vielmehr ist mit einer solchen Neuordnung öffentlicher Krankenhausversorgung im Südwestraum die Schließung entweder eines Standortes (CBF oder AVK bzw. WBK) oder zweier Standorte (AVK + WBK) vorgesehen. Für eine solche Veränderung wird krankenhausplanerisch kein Bedarf gesehen.
28. Beide Regionen sind zwar bezogen auf Berlin „überdurchschnittlich“ versorgt, aber aufgrund des vollzogenen Bettenabbaus und mit Blick auf den demografischen Wandel und der Bevölkerungszunahme in Berlin, gibt es bezogen auf das Land Berlin keine Überversorgung (siehe auch Punkt 2). Ein Bettenabbau in diesen Regionen (bzw. speziell in den 3 Krankenhausstandorten in öffentlicher Trägerschaft im Südwesten) müsste deshalb durch entsprechende Kapazitätsausweitungen in anderen geeigneten Krankenhäusern bzw. durch die Neuaufnahme von Krankenhäusern in den Krankenhausplan kompensiert werden.
Damit ist folglich all denjenigen zu widersprechen, die bislang davon ausgehen, dass eine Neuordnung der öffentlichen Krankenhausversorgung im Südwestraum deshalb erforderlich sei, um einer vermeintlichen Überversorgung an Krankenhausbetten in Berlin vorzubeugen. Eine Neuordnung der öffentlichen Krankenhausversorgung im Südwestraum Berlins ist jedoch auch nicht geeignet, die Kooperation zwischen den beiden landeseigenen Krankenhausunternehmen zu verbessern. Hintergrund entsprechender Überlegungen ist vielmehr ausschließlich die Annahme, dass sich auf diesem Wege Investitionsmittel einsparen ließen, da bislang nicht ausreichend Investitionsmittel zur Verfügung stehen, um sowohl die Bedürfnisse von Vivantes als auch der Charité befriedigen zu können."