Benjamin Hoff
03.04.2009

Biogasanlage in Ruhleben II

1. Aus welchen Gründen erfolgte die Festlegung auf das sogenannte Trockenvergärungsverfahren, welche Vorteile bietet es gegenüber dem sogenannten Nass­vergärungsverfahren und wird die BSR bei ver­gleichbaren Projekten auch in Zukunft die gleiche Technik einsetzen?

Zu 1. :

Die Trockenvergärungsverfahren arbeiten mit einem Trockensubstanzgehalt zwischen 15 – 35 %, Nassvergärungsverfahren dagegen mit einem Trockensubstanzgehalt von

< 10 %. Getrennt gesammelte Bioabfälle weisen in Berlin einen TS-Gehalt zwischen

25 % und 35 % auf. Für eine Nassvergärung müsste daher der Bioabfall mit viel Wasser versetzt werden, mit der Folge größerer benötigter Fermentervolumina und höherer Betriebskosten.

Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) ist bei vergleichbaren zukünftigen Projekten bestrebt, aus Gründen der personellen und betrieblichen Redundanz die gleiche Technik einzusetzen.

2. Welche sonstigen Biogasanlagen werden in Berlin auf welcher technischen Grundlage bereits betrieben bzw. welche weiteren Vorhaben vergleichbarer Art sind dem Senat bekannt?

3. Wie bewertet der Senat das Berliner Potenzial für Anlagen zur Biogasaufbereitung insgesamt?

Zu 2. und 3. :

Im Land Berlin befinden sich zwei Biogasanlagen im Genehmigungsverfahren.

Das Land Berlin strebt an, die regelmäßig in hohen Mengen anfallenden Organikabfälle konsequent als regenerative Energieträger zu nutzen und damit das Klima zu entlasten. Durch eine klimaneutrale Biomassenutzung könnte eine weitere regenerative Energiequelle in relevanter Größenordnung für das Land Berlin erschlossen bzw. ausgebaut werden.

Im Rahmen einer externen Studie untersucht derzeit die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz (SenGesUmV) wie eine optimierte Erfassung und Verwertung der anfallende Biomasse aussehen soll bzw. wie eine entsprechende Umsetzung erreicht werden kann, welche Potenziale vorhanden sind, welcher Aufwand erforderlich ist und wie sich der Nutzen in Relation zum Aufwand darstellt. Die Ergebnisse dieser Studie werden im Mai 2009 vorliegen. Erst dann wird es möglich sein, belastbare Aussagen über das Potenzial an Biovergärungsanlagen im Land Berlin zu tätigen.

Nach Informationen der SenGesUmV untersuchen derzeit einige Firmen die Errichtung von Biovergärungsanlagen im Großraum Berlin.




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