Prävention, Beratung und Therapie, Überlebenshilfe sowie Repression
wurden in vielen europäischen Städten in den 90er Jahren zu
gleichberechtigten Säulen einer pragmatischen Drogenpolitik.
Drogenabhängigkeit wurde als ein gesellschaftliches Phänomen
verstanden, das nicht zu verhindern ist, aber reguliert und begrenzt
werden kann.
Während damals in der kommunalen Drogenpolitik eine
Aufbruchstimmung herrschte, ist der Prozess einer konsequenten
Weiterentwicklung der Hilfen ins Stocken geraten. Zwar sorgen
Spezialthemen wie die kontrollierte Heroinvergabe oder die Frage des
Stellenwertes der Risikokompetenz in der Suchtprävention für
kurzfristige Aufmerksamkeit. Aber insgesamt hat die Drogenpolitik in
der öffentlichen Debatte nicht mehr den Stellenwert wie noch vor
wenigen Jahren.
Auch wenn das Drogenproblem in Gestalt von
offenen Szenen weniger sichtbar ist, ist es weiterhin existent und
brisant. Suchtmittel sind heute überall und leicht verfügbar. In einer
Leistungsgesellschaft wird es zur „Normalität“, sich und sein
körperliches Erleben mit psychoaktiven Substanzen zu manipulieren.
Diese gesellschaftlichen Entwicklungen schaffen neue Herausforderungen,
auf die Politik und Praxis mit teilweise widersprüchlichen und
gegenläufigen Konzepten oder Vorschlägen reagieren.
Die Frage,
wie die Kommunen dem Drogenproblem wirksam begegnen können, muss unter
diesen veränderten Bedingungen neu gestellt und beantwortet werden.
Die Frankfurter Konferenz 2008 hat mit ihren Empfehlungen einen Diskussionsbeitrag zu einer integrierten kommunalen Drogenpolitik und Drogenarbeit geleistet, die sich an gesellschaftlichen Veränderungen ausrichtet.
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