Er ist mit 30 Jahren Berlins jüngster Staatssekretär: Benjamin Hoff (Linkspartei.PDS). Der neue Vize von Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher gilt als ehrgeizig und eloquent. Jetzt hat er den Stinkern unter den Pkw den Kampf angesagt und will sie aus der Innenstadt verbannen.
Herr Hoff, ab 2008 dürfen alte Diesel und Benziner ohne Kat nicht mehr in die Berliner Innenstadt. Sind Sie privat eigentlich auch betroffen?
Ich nutze mein Auto, einen alten Golf, in einer Fahrgemeinschaft mit drei Freunden. Wir werden uns von unserem Liebhaberstück im Sommer wohl trennen - der Umwelt zu Liebe.
Was bringt die Umweltzone, wenn nur 70 000 der 1,3 Millionen Berliner Pkw betroffen sind?
Die Umweltzone ist nur eine Maßnahme, weitere wie etwa die Baustaubverordnung werden folgen oder sind schon umgesetzt. Wir gehen davon aus, dass die erwünschten Wirkungen auch eintreten.
Wer künftig in der City fahren will, braucht eine Plakette. Die kostet Geld, obwohl der Erfolg der Umweltzone unklar ist - den Bürgern wird also schon wieder Geld aus der Tasche gezogen.
Um die Fahrverbote in der Umweltzone kontrollieren zu können, brauchen wir eine Kennzeichnung der Fahrzeuge, die fahren dürfen. Die Plakette wird etwa 10 Euro kosten. Sie gilt bis zum Lebensende des Fahrzeuges. Damit decken wir lediglich den Herstellungspreis und den Verwaltungsaufwand ab. Letzten Endes ist die Plakette ebenso ein Ausweis wie der Führerschein, der ebenfalls etwas kostet.
Was, wenn die Umweltzone keinen Erfolg zeigt?
Neben der Umweltzone gibt es eine Reihe weiterer Maßnahmen im Luftreinhalteplan. Erst in den kommenden Jahren können wir die Wirkung überprüfen. Absehbar ist aber schon jetzt, dass mit der 2. Stufe der Umweltzone 2010 eine Verschärfung kommt.
Wird es eigentlich Ausnahmen von der Plaketten-Pflicht geben, etwa für Besitzer von Oldtimern?
Es wird Ausnahmen geben, ja! Die Rahmenbedingungen erarbeiten wir gerade gemeinsam mit der Verkehrsverwaltung. Wahrscheinlich liegen die Ergebnisse Ende März vor.
Das Interview führte Markus Harmann für die
BZ