17.03.2006
HOCHSCHULFINANZAUSGLEICH - EIN BEGRÜSSENSWERTE IDEE
Der Linkspartei-Abgeordnete Benjamin-Immanuel Hoff erklärt:
Das von den Wissenschaftsministern Zöllner (Rheinland-Pfalz, SPD) und Ludwig (Sachsen, SPD) präsentierte Modell eines Hochschulfinanzausgleichs ist ausdrücklich zu begrüßen.
Das Modell ist geeignet, die Finanzminister zum Umdenken zu bewegen. Künftig wäre es nicht mehr attraktiv, Hochschulkosten einzusparen und stattdessen um Absolventen zu werben, die woanders ausgebildet wurden. Attraktiv wäre nun, in den Hochschulausbau zu investieren, um Studierende aus anderen Bundesländern anzuwerben und Einnahmen zu realisieren. Der Effekt wäre ökonomisch und finanziell gleich dreifach spürbar: 1. würden mehr Studierende mehr Einnahmen über den Hochschulfinanzausgleich realisieren, 2. erbringen mehr Studierende eine höhere Kaufkraft, da es sich um eine mobile und kauflustige Klientel handelt und 3. lohnen sich Investitionen in Hochschulen regionalökonomisch und kreislaufwirtschaftlich. Ein investierter Euro zieht im Schnitt drei Euro nach.
Berlin verzeichnete allein im Jahr 2003 einen Importüberschuss von 2.996 Studienanfängern, die ihre Hochschulzugangsberechtigung außerhalb von Berlin erwarben. Wenn man als Mittelwert der Studienplatzkosten mit nur 5.000 Euro rechnen würde, ergäbe dies für Berlin Einnahmen in Höhe von 14,98 Mio. Euro. Wenn man nun die von Zöllner und Ludwig vorgeschlagenen 12.000 Euro pro Medizinstudenten von außerhalb zugrunde legt, ergäbe sich für alle zugewanderten Medizinstudenten, also nicht nur die Studienanfänger (Gesamtzahl im Jahr 2003: 2.617), ohne Verrechnung der zu zahlenden Beträge eine Einnahmesumme von 31,404 Mio. Euro.
Hier kann mit Fug und Recht gefordert werden: Senator Sarrazin, Senator Flierl - übernehmen Sie!